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Reise über die Pässe der Alpen - Michi Stemmer

 

Reise über die Pässe der Alpen


 


von Michi Stemmer

 

 

Ursprünglich waren wir zum Canyoning im Tessin! Wir haben uns gegen Ende des Urlaubs dazu entschlossen, früher los zu fahren. Stück für Stück ging es für uns zurück über die Pässe nach Hause. Ganz gemütlich und frei. Natur und das Abenteuer genießen.

 

Da wir gerade am Lago Maggiore waren, der südlich vom San Bernardino-Pass liegt, war die Route schnell klar.

Auf geht's zum Bernardino.

Diesmal nicht den Tunnel genommen, sondern oben über die alte Paßstraße. Unglaublich zu sehen was man alles verpasst, wenn man nur zielorientiert fährt. Oben angekommen wird der Blick über eines der höchsten und schönsten Hochmoore frei, die es in den Alpen gibt. 

 

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Schöne kleine Pfade schlängeln sich durch die traumhafte Natur, mit einem Fernblick der seines Gleichen sucht. Schnell ist der Tag dort vergangen und wir suchen uns eine kleine  Nische in einer Forststraßen, um dort zu nächtigen.

 

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Am nächsten Morgen ist das Frühstück nur von einem leisen Läuten der Kuhglocken, von einer entfernten Weide untermalt. Keine Radfahrer, keine Motorräder oder Autos - absolute Stille und dies fast direkt an der Straße. 

 

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Nach dem Frühstück und noch bevor das erste Auto zu sehen war, geht es auch für uns weiter.  Und zwar vom Bernardinopass zum Splügenpass. Es ist zwar nicht weit zu fahren und doch müssen wir etliche Kurven hinter uns bringen.

Am Splügenpass angekommen, fahren wir noch ein Stück weiter bis zum Splügensee und finde auch schon bald einen super Platz um unser Nachtlager aufzuschlagen. 

Nach dem wir beim Frühstück am Bernardinopass etwas getrödelt haben, weils ja so schön dort war, reicht es am Splügensee gerade noch für ein Bad im kalten Nass. 

 

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Nach dem es dort so schöne Berge und Wanderwege gibt, haben wir beschlossen dort einen Tag länger zu bleiben und eine ausgedehnte Wanderung zu machen. Dort findet man dann sogar im August noch Altschneefelder. 

Ohne großes Ziel, aber immer den Wanderwegen folgend, könnte man dort tagelang, durch die fast unberührte, hochalpine Landschaft  wandern. Ein Blick ist schöner als der andere. 

Immer wieder wechseln sich Geröll, Felsen und Wiesen ab. Und nach fast jeder Ecke liegt der nächste traumhafte kleine Bergsee. 

 

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Am Abend, doch etwas erschöpft, wird natürlich gegrillt und der Sonnenuntergang genossen. Da man sich dort aber auf über 2000 m befindet, ist es abends dann sehr schnell recht kalt. Was den erfahrenen Camper aber nicht stört, dann geht's halt mal früher ins warme Bett.

Am nächsten Tag unternehmen wir eine etwas längere Autofahrt und fahren den Splügenpass hinunter in Richtung Comersee und dann weiter Richtung Bormio. 

Erfahrene und ortskundige wissen jetzt schon wo wir hin wollen - richtig, auf den höchsten Pass der Alpen, dem Stilfserjoch. 

Dort auf 2751 m finden sich zahlreiche Plätze, an denen man ohne Probleme eine Nacht stehen bleiben kann. Etwas weiter unten gibt es, trotz der Höhe, einen wunderschönen Gebirgsbach der zur Erfrischung gerade zu einlädt. 

Murmeltiere erleben heißt es dort fast überall. Haut nah - schöner geht es nicht. Zurück an unserem Basislager wird selbstverständlich wieder gegrillt. Nach dem wir gerade durch Italien gefahren sind, gibt es auch noch Italienische Spezialitäten - Salsicia. 

 

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Am nächsten Tag, nach einer sehr kalten Nacht, tun die ersten Sonnenstrahlen richtig gut. Besonders mit ner Tasse Kaffee in der Hand. Vom Stilfserjoch gibt es auch wieder sehr viele, auch leichte, Wanderungen die allerdings schon etwas Trittsicherheit erfordern. Wir entscheiden uns für die Rötelspitze 3004 Meter. 

 

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Eine schöne Wanderung, mit einem atemberaubenden Ausblick auf den König Ortler. Der nochmal so schön aussieht, wenn man ihn schon einmal bestiegen hat. An diesem Tag war die Sicht so gut, dass man sogar die Seilschaften auf dem riesigen Gletscher-Plateau sehen konnte. 

 

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Mittags wieder am Stilfserjoch angekommen, ist man dann  fast wie in einer anderen Welt. Andenkenstand an Andenkenstand, dazwischen Würstlbuden! Motorräder, Radfahrer und Autofahrer stauen sich in beide Richtungen. Man denkt sich eigentlich nur. 

 

- Bloß weg hier -

 

Was wir dann auch schnellstmöglich gemacht haben. Wir verlassen das Stilfserjoch Richtung Vinschgau. Unser erstes Ziel ist ein Apfelverkaufsstand am Feld, an dem wir uns schon vor 2 Monate mit Äpfel eingedeckt hatten. Dann geht es weiter Richtung Reschenpass. Somit  fahren wir über unseren letzter Pass auf unserer ausgedehnten Heimfahrt. Einfach mal die Zeit, Zeit sein lassen und genießen.

 

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Am See haben wir, dank eines recht netten Tips, auch noch einen Übernachtungsplatz direkt am See gefunden. Was den Urlaub natürlich extrem gut ausklingen ließ. 

Am nächsten Tag haben wir dann die Heimreise angetreten. Nach dem ich mich beim Blick über den See, kurz darüber geärgert hatte, dass ich weder Kite, noch Segelboot dabei hatte ?

Über die Pässe fahren, wird wahrscheinlich immer wieder meine erste Wahl des Hin- und Zurückreisens sein (wenn möglich ;-)). Es zählt halt doch das Erleben. Genau solche Momente bleiben dir immer in Erinnerung. Einfach mal nicht immer - schnell, schnell.

 

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Ab zum nächsten Abenteuer!

 

Bis dann, Euer Michi.

 

 

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