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Canyoning Tessin am Lago Maggiore von Michi Stemmer

 

Canyoning Tessin am Lago Maggiore


 

 

 

 

 

Da nun mittlerweile Sommer ist und die Zeit der Reisebeschrankungen zumindest in Europa beendet ist, verschlägt es und diesmal in die Schweiz.

Um genau zu sein, ins wunderschöne Tessin am Lago Maggiore. 

Die Gegend im Norden des Sees ist sehr bergig und bietet für eigentlich jeden Sportler was. Ob beim Klettern auf sonnigen Granitplatten, Segeln auf dem doch recht großem See oder mal Chillen an einem der wunderschönen Flussläufe. Entspannen ist immer was geboten. 

Und Campingplätze gibt es wie Sand an Meer. 

 

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Doch zu all dem sind wir nicht her gekommen. Wir fahren sehr oft und gerne dort hin, weil es europaweit das Eldorado fürs Canyoning ist. 

Nirgens sonst gibt es so viele Flüsse und Schluchten auf engen Raum wie dort. Auf die 100 Quadratkilometern des Tessins kommen wir auf geschätzte 200 Bäche. 

Und einer schöner und spektakulärer als der Andere. 

Da schlägt das Canyonisten Herz schon schneller, wenn auch nur der Gedanke an den Urlaub dort aufkommt. 

Nach dem wir schon ein paar Tage auf unserem Campingplatz, einen der bezahlbaren dem "CLM" direkt am Lago Maggiore waren, und das Wetter auch schon lange Zeit sehr gut war und es nicht geregnet hat, haben wir den Entschluss gefasst einen der bekanntesten, aber auch wasserreichsten Bäche der Region zu machen - den Lodrino.

Dieser Bach geht leider nicht sehr oft im Jahr, und so musste ich 4 Jahre in Folge dort meinen Urlaub verbringen, bis es endlich soweit war und alles gepasst hat. 

Also Sachen gepackt und los!

Am Ende der Klamm, im idyllischen Ort Lodrino, haben wir ein Auto abgestellt. Wir fuhren weiter über eine enge und kurfige Mautstraße den Berg hinauf, bis man auf einen relativ großen Wendeplatz das Ende der Straße erreicht. 

Von dort aus kann man sich zu allen 3 Abschnitten des Baches auf machen.

Wir entschieden uns für den dritten und letzten Teil der Schlucht, da am Nachmittag noch ein zweiter Canyon auf dem Plan stand. 

Neoprenanzug angezogen und das Gurt Zeug angelegt, Helm auf und Seil in den Rucksack gestopft und los geht es. 

Erst auf einem Schotterweg, in das Bachbett hinunter, erreichen wir schnell riesige Granitblöcke die schon vermuten lassen was uns gleich erwartet.

Das rauschen wird immer lauter und dann sind wir da am ersten Standplatz. 

Mit der immer wieder kehrenden Frage brauchen wir ein Seil oder geht das ohne ?

 

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In diesen Fall, hieß es -  jeder wie er sich fühlt und selbst einschätzt.

Der eine Teil unsere Gruppe wollte die Rutsche versuchen,  der andere Teil doch lieber ein Seil zum Abseilen einbauen. 

 

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Gesagt getan und los geht es. 

Das Wasser ist kalt und die Schlucht gleicht einer riesigen ausgeschliffenen Badewanne. 

Tiefe Becken, glatter und dennoch griffiger Fels, an manchen Stellen fast dunkel und doch blinzelte die Sonne immer wieder mal hinein. Sie machte eine Stimmung die ihres Gleichen sucht - für mich unbezahlbar. 

 

 

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Der erste Abschnitt besteht aus vielen Rutschen, Sprüngen und kleinen Abseilstellen! Ist man plötzlich aus der Enge der Schlucht für eine kurze Zeit raus und kommt man an einem 40 Meter hohen Wasserfall raus. Dort steht man im Fluß und das Wasser kommt in einem hohen Bogen aus der Wand geschleudert. Es erscheint ein Regenbogen im Wassernebel des Wasserfalls - einfach gigantisch!

 

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Dort denkt man (wenn man das erste Mal dort ist),  dass der weitere Weg unmöglich ist und trotzdem wird dort wie selbstverständlich das Seil in den Stand gehängt und mit einem beherzten wurf den Weg der Wassermassen hinterher geworfen.

Denn dort wo man denkt - da gibt es kein durchkommen mehr - ist unter dem Wasserstrahl ein kleines Stück frei.  Mit einer Anfangs etwas unsanften Dusche, geht es weiter unten über sehr glatten Fels zügig nach unten. Man hat Mühe, auf dem durch den Wassernebel immer nasser werdenden Fels stehen zu bleiben und wünscht sich sogar manchmal Steigeisen zu haben. 

 Nach diesem wahnsinnig schönem Wasserfall, haben wir uns eine kleine Pause verdient, bevor es in das extrem spektakuläre Finale geht. 

 

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Nach unserer kleinen Pause geht es dann sofort wieder in einen engen dunklen Schluchtabschnitte hinein, die immer tiefer und dunkler wird. Immer wieder springen und rutschen wir tiefer in den Berg hinein, bis wir vor einem riesigen Torbogen stehen. Dort stürzt der Bach 30 Meter in eine holenartige dunkle Gumpe.

Der Geräuschpegel ist jetzt extrem laut, denn das Bachwasser donnert jetzt förmlich hinunter. Denn  wenn 200 Liter Wasser die Schlucht hinunter stürzt - ist das schon sehr viel.

Man möchte meinen dort unten ist kein Leben möglich und dennoch fühlen wir uns nirgens lebendiger als dort.

 

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Das Seil wird ohne zögern in den Stand gefädelt und dem donnernedem Lärm hinterher ins kalte dunkle Nass geworfen. 

Beim Einbinden noch ein kurzer Kontrollblick zum Stand, auf das eigene Gurtzeug, ein letzter Gruß an die Kameraden und ich verabschiede mich mit den Worten "geht dahie"!

Schon nach wenigen Metern bin ich völlig alleine und bis auf das Seil, absolut ohne Kontakt zu meinen Kameraden.

Kein Rufen, kein Pfeifen, kein Schreien wird jetzt gehört! Also höchste Konzentration und immer ganz ruhig dem Seil entlang nach unten.

Man sieht nichts - nur Wasser um einen herum. Du hörst nur deinen eigenen Athem und das Rauschen und donnern des Wassers. 

Unten im Becken angekommen, hat man Mühe zu schwimmen, da die Strömung und das aufgewirbelte Wasser nicht unbedingt für gutes Vorwärtskommen taugt.  

 

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Und doch bekommt man sein Grinsen und Staunen nicht mehr aus dem Gesicht, wenn man das andere Ufer erreicht und ins trockene klettert. 

Von dort aus kann man das Ende der Schlucht schon sehen und die vielen Schaulustigen die das Geschehen an den letzten Stellen beobachten. Teils mit großen Augen, aber auch mit Kopfschütteln und Unverständnis. 

Aber das alles interessiert uns nicht mehr, denn wir sind voll mit tollen Bildern, Adrenalin und jeder Menge Abenteuer.

Und es besteht keine Frage, dass wir das immer wieder machen wollen. 

Auf zum nächsten Abenteuer, in der nächsten Schlucht mit neuen Bildern, neuen Herausforderungen - weils einfach Glücklich macht ?.

Euer Michi

 

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